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Digitale Transformation

Wenn die Kultur die Geschäftsstrategie verschlingt

Dienstag, Februar 12, 2019

Wenn große internationale ERP-Projekte nicht die erwarteten Ergebnisse liefern, liegt das nicht automatisch an der IT. Das zeigen einige gut dokumentierte Marktuntersuchungen. Den Statistiken kann man entnehmen, dass weder technische Probleme mit dem eigentlichen ERP-Produkt noch die Bereitstellung der Anwendungen das Kernproblem sind. Liegt das Problem dann vielleicht im strategischen Ansatz – oder ganz woanders?

Warum gehen ERP-Projekte schief?

Die Hauptgründe dafür sind die organisatorischen Herausforderungen:

  • keine aktive Einbeziehung der Mitarbeiter im Unternehmen und damit keine Motivation zur Veränderung
  • mangelhafte Schulung der Nutzer
  • keine Performance-Auswertung nach der Systemeinführung
  • fehlende Anreize für die Mitarbeiter, das System aktiv zu nutzen

Einige „Oldies“ wie ich, die lange genug dabei sind, erinnern sich vielleicht an Peter Drucker, einen Management-Guru aus den 1950er Jahren, der die MbO-These entwickelt hat, also das „Management by Objectives“. Er traf oft unkonventionelle Aussagen, darunter auch „Culture eats strategy for breakfast“ – die Kultur des Unternehmens verschlingt seine Strategie. Seine Theorien waren in den Fünfzigern hochrelevant und gewinnen heute wieder an Bedeutung, wenn es um große ERP-Projekte geht.

Die Essenz der MbO-Methode besteht darin, partizipativ Ziele zu setzen und dazu konkrete Vorgehensweisen und Entscheidungsprozesse zu vereinbaren.

Ein an Zielen bzw. Ergebnissen orientiertes Management erfordert zunächst das Definieren von konkreten Zielsetzungen im Unternehmen. Geschäftsführung und Mitarbeiter treffen dann entsprechende Zielvereinbarungen und gelangen so zu einem gemeinsamen Verständnis darüber, was sie innerhalb der Organisation tun müssen, um die Ziele zu erreichen. Den Ausdruck „Management by Objectives“ verwendete Drucker erstmals 1954 in seinem Buch The Practice of Management (dt. unter dem Titel „Die Praxis des Managements“).

Definieren Sie klare Ziele für Ihre Geschäftsstrategie.

Der MbO-Prozess umfasst im Wesentlichen fünf Schritte:

  • Erläutern der Unternehmensziele: Manager und Mitarbeiter gewinnen ein klares Verständnis davon, welche grundsätzlichen Ziele das Unternehmen verfolgt.
  • Zielvereinbarungen mit den Mitarbeitern: Manager und Mitarbeiter legen zu erreichende Ziele gemeinsam fest.
  • Überwachen des Fortschritts: In regelmäßigen Abständen wird überprüft, ob die (Teil-)Ziele erreicht werden bzw. wurden.
  • Leistung bewerten: Am Ende eines betrieblichen Zeitraums wird die Leistung der Mitarbeiter in Bezug auf die Umsetzung der Ziele bewertet.
  • Leistung belohnen: Boni und/oder Provisionen werden den Mitarbeitern aufgrund ihrer individuellen Leistung im Hinblick auf die zu erreichenden Unternehmensziele gewährt.

Diese Führungsmethode ist heute so nützlich wie vor 50 Jahren, als sie aufgeschrieben wurde! Und sehr gut anwendbar auf ERP-Projekte: Die Kultur im Unternehmen kann ein modernes, gut durchdachtes ERP-Projekt genauso schnell „verschlingen“ wie jede Geschäftsstrategie. Wenn Sie also an größeren ERP-Projekten arbeiten, dann sorgen Sie dafür, dass die Mitarbeiter des Unternehmens einbezogen werden, dass sie die Ziele kennen und annehmen, dass die Performance von Projekt und Mitarbeitern laufend ausgewertet wird und dass gute Leistungen belohnt werden.

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