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Digitale Transformation

Neue Technologien für das produzierende Gewerbe

Montag, Januar 20, 2020

Was sind die wichtigsten Herausforderungen beim Rollout von neuen Technologien in der Fertigung – und wie lassen sie sich bewältigen?

Neue Technologien wie Automation, künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge werden schnell zur neuen Realität in der Fertigungsindustrie. Internationale Industriebetriebe in aller Welt arbeiten mit Pilotprogrammen, die diese Technologien kombinieren und daraufhin testen, ob sich damit weitere Produktivitätsgewinne verwirklichen lassen. Viele Unternehmen sehen natürlich die Unterschiede zwischen Pilotprogrammen und der Nutzung dieser Technologien in unterschiedlichen Produktionsbereichen und bei der Herstellung großer Stückzahlen.

Beliebte Anwendungsfälle

Predictive Maintenance oder vorausschauende Instandhaltung ist ein beliebter Anwendungsfall, der alle drei Technologien miteinander kombiniert. Sensoren an den Maschinen senden Signale, die über das Internet der Dinge in einen Data Lake (Datensee) gelangen. Machine-Learning-Algorithmen helfen, die Daten zu durchforsten und sinnvoll auszuwerten. Dann setzt die Automation ein: Sie erstellt einen Zeitplan für Wartungsmaßnahmen und bestellt alle Ersatzteile, die der Wartungstechniker braucht. Vor Ort greift der Techniker über ein AR-Headset (Augmented Reality) auf Anleitungen und Zusatzinformationen für die Wartungsarbeiten zu. Diese Arbeitsweise erfordert nur wenig Schulung, und falls doch ein Experte benötigt wird, kann dieser schnell hinzugerufen werden.

Auch das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) ist ein beliebter Anwendungsfall. Das IoT stellt die Nervenbahnen für eine Produktionsstätte bereit. An den Nervenenden sitzen die Sensoren, und die Nervenbahnen laufen in der Cloud zusammen, die dann als Gehirn des Werks fungiert. Wenn Sie jetzt noch künstliche Intelligenz hinzufügen, die die automatisierten Produktionsmaschinen (die Arme und Beine) steuert, dann arbeiten alle diese Technologien Hand in Hand und bereiten den Weg in die digitale Transformation und die Zukunft unserer Produktionstechnik.

Der Portfolio-Ansatz

Dies sind nur zwei Beispiele für aktuelle Anwendungsfälle. Viele Unternehmen arbeiten mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Anwendungsfällen, die jeweils nur einer einzigen technologischen Entwicklung gelten. So möchten sie den Nutzen ganz bestimmter, beherrschbarer Anwendungen aufzeigen. Es gibt kein Patentrezept dafür, welche Kombination man genau anstreben sollte. Doch durch das Kombinieren erzeugt man Skaleneffekte, die die Leistungsfähigkeit einer Produktionsstätte transformieren. Untersuchungen zeigen, dass dieser Portfolio-Ansatz optimal ist. Dazu sagt Katy George, Senior Partner bei McKinsey: „Wir beobachten, dass etwa 20 bis 30 Anwendungsfälle an einem Produktionsstandort tatsächlich zu einer veränderten Wertschöpfung führen.“

Katy George arbeitet mit Produktionsbetrieben in aller Welt und hat auch viele missglückte Ansätze gesehen. Der häufigste Fallstrick ist für sie die „Pilotenhölle“ – wenn Unternehmen Pilotprojekte für die Anwendung neuer Technologien durchführen, diese dann aber aus unerfindlichen Gründen nie in die Produktion hochskalieren. „Der Nutzen von Anwendungsfällen zeigt sich oft erst dann, wenn sie auf ein ganzes Werk oder eine Produktionskette ausgedehnt werden“, erklärt Katy George. „Unter Skalieren kann man auch die Kombination verschiedener Anwendungsfälle verstehen, um die gewünschte Konnektivität, Kultur, Innovation oder Schnelligkeit zu erreichen.“

Ende der Pilotenhölle

Einer der wichtigsten Gründe dafür, dass Unternehmen aus der Pilotenhölle nicht herauskommen, sind langwierige Entscheidungsprozesse, die die Anschaffung neuer Technologien oder das Eingehen von Partnerschaften verlangsamen oder behindern. Ein weiteres Hemmnis ist oft die konservative Betrachtung des ROI: Wer keinen unmittelbaren finanziellen Nutzen erkennt, scheut die Investition für die Einführung auf breiter Skala – sogar dann, wenn der Anwendungsfall sich bewährt hat.

„Ein anderes Extrem, das mitunter zu nichts führt, ist eine übertriebene Technikbegeisterung. Manche Unternehmen lassen sich eher von den technischen Möglichkeiten als vom wirtschaftlichen Nutzen leiten“, erklärt Katy George. „Neue Technologien zu verwenden, nur weil sie cool sind, bringt keinen echten geschäftlichen Nutzen. Man sollte zunächst genau definieren können, welche Wettbewerbsvorteile man durch eine Neuerung erlangen und wie man sie mithilfe digitaler Technologie umsetzen kann. Von da aus kann man dann rückwärts gehen und sehen, welche neuen Kapazitäten man mit seinen digitalen und analytischen Fähigkeiten aufbauen kann und will.“

Eine Pilotenhölle kann auch darin bestehen, dass zwar überall in der Produktionskette Pilotprojekte stattfinden, diese aber nicht koordiniert werden. Die einzelnen Projekte müssen natürlich abgestimmt werden, und das erfordert eine straffe Führung. Hier muss das Top-Management einbezogen werden und entscheiden, in welche Richtung es gehen soll – sonst wird es nie zu einer Hochskalierung kommen. Wenn es eine sinnvolle Strategie gibt, müssen die Voraussetzungen für das Hochskalieren geschaffen werden, darunter z. B. die richtigen IT-Systeme. Die müssen zwar nicht von Anfang an da sein, aber irgendwann muss die gesamte digitale Verarbeitungskette auf den neuesten Stand gebracht werden.

Wenn Sie Hilfe bei der Modernisierung Ihrer IT benötigen oder die digitale Transformation Ihres Unternehmens vorantreiben möchten, sprechen Sie mit Pipol. Wir beraten Sie gern.

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